Pfiffiger Softwareentwickler
Mit einem einfachen, aber leistungsfähigen Programm für auch
für den normalen Handwerker hat Andreas Linke den Durchbruch
geschafft
Diedrichshagen - Andreas Linke ist Einzelkämpfer.
Und zwar einer, der was drauf hat in seinem Job. Er ist
Programmierer. Dass das wirklich so ist, kann man nachlesen.
Im Internet. Da wird unter
www.handwerkermarkt.de das Portal hat immerhin etwa 16
000 Zugriffe pro Tag allmonatlich der Tipp des Monats
vorgestellt. Zurzeit ist es das Produkt
2DEASY oder übersetzt: Zweidimensioniertes
Zeichnen ganz einfach(CAD). Das ist Linkes Produkt.
Daran habe ich ein ganzes Jahr gearbeitet, immer nach
Feierabend, sagt er. Ein hartes Stück war das. Linke glaubt,
dass sein Programm eine Alternative zu den bestehenden ist. Es
ist ein praktisches, innovatives, aber einfach zu lernendes
und bedienendes Programm für den ganz normalen Handwerker, wie
den Elektriker, Installateur oder die ambitionierte
Schneiderin. Ganz praktikabel, ohne den Schnickschnack, der
alles kompliziert, den normalen Handwerker abschreckt und der
teuer ist.
2004 hat der junge Mann sich selbstständig gemacht. Das kleine
Unternehmen des 33-Jährigen ist eine Softwareprogrammierung
und IT-Dienstleistungsfirma. Der aus Wolgast stammende und nun
zusammen mit Ehefrau und zwei Kindern im eigen
Diedrichshagener Häuschen wohnende Softwareentwickler hatte
zunächst auf der Peene-Werft Schiffselektriker gelernt, aber
schon in den späten DDR-Jahren mit der Informatik mehr als nur
geliebäugelt.
Nach den auch beruflich unruhigen Jahren nach der Wende hat
sich der besonnen wirkende Mann zum Softwareentwickler
umschulen lassen.
Ich hab gefühlt, das ist meine Welt, sagt Andreas Linke. Und
nicht nur das. Parallel zur Ausbildung ging er Klinken putzen
bei verschiedenen Firmen und fragte an, ob dort nicht Bedarf
bestände, dass er das eine oder andere Softwareproblem im
Unternehmen lösen könnte. Unentgeltlich, versteht sich. Die
Arbeit, die ich dann bekam, half mir nicht nur beruflich
weiter voranzukommen, sie brachte auch einen Praktikumplatz
ein, bei dem eine Einstellung folgte. Aber als bei der Firma
dann die Aufträge zurückgingen, waren die Letzten, die kamen,
die Ersten, die gehen mussten.
Und dann war Andreas Linke soweit. Er erarbeitete sich ein
Konzept und sprang ins kalte Wasser der Selbstständigkeit.
Zunächst war es die reine Auftragsprogrammierung, ohne dass er
seine Stärke, die Softwareentwicklung und in diesem Bereich
wiederum die graphische Visualisierung von Daten im
Zusammenhang mit Datenbanken voll ausspielen konnte. Er
hatte zunächst nur die Idee von seinem inzwischen sich auf dem
Markt befindlichen Produkt 2DEASY.
Und das hat eingeschlagen. Ein großes Hamburger
Traditionsunternehmen, das sich mit Fördertechnik beschäftigt,
hat eine Spezialversion gekauft. Weitere, nicht unbedeutende
Firmen haben sein Produkt überprüfen lassen und sind verblüfft
über die Klarheit und Überschaubarkeit des Programms, das im
Januar schließlich als Tipp des Monats ins Netz gestellt
wurde. Mittlerweile gibt es das Programm auch in Englisch, die
Version in französischer Sprache ist in Arbeit. Grund: Andreas
Linke will das Programm weltweit anbieten.
Aber der selbstständige Softwareentwickler ist in gewisser
Weise auch unzufrieden und hat einen Wunsch. Er möchte eine
Botschaft an die regionalen Unternehmen, an Kommunen und
Verbände senden. Und die lautet etwa so: Schaut euch die
eigenen Leute, die Firmen im engeren Umfeld gründlich an und
sprecht mit ihnen. Die können Aufgaben und Problemen ebenso
gut und möglicherweise flexibler und unkomplizierter lösen,
als die mit klangvolleren Namen."

Andreas Linke in seinem Büro im eigenen Diedrichshagener Haus.
Der Raum ist nicht viel größer als fünf Quadratmeter. Ein
leistungsstarker Computer, Fax und Telefon. Viel mehr braucht
der Mann nicht an Arbeitsmaterial, um erfolgreich seinen Job
machen zu können.
Bericht/Foto: Stefan Brümmer
Ostsee-Zeitung |